Für Gesa Vertes ist die Treppe weit mehr ist als ein Weg nach oben.
Lange galt sie nur als praktischer Übergang zwischen den Etagen, doch die Treppe erobert sich ihren Platz als Gestaltungselement zurück. Welches Potenzial in diesem Bauteil steckt, zeigt die Innenarchitektin Gesa Vertes aus ihrer Planungspraxis. Eine gut gestaltete Treppe kann zum Herzstück eines Raumes werden und ihm Charakter verleihen. Sie verbindet nicht nur Ebenen, sondern setzt einen bewussten optischen Akzent. So wird aus einem funktionalen Element eine echte Bühne.
In der Innenarchitektur rückt ein Bauteil in den Blick, das lange als selbstverständlich galt: die Treppe. Wie sehr sich die Wahrnehmung dieses Elements gewandelt hat, beobachtet Gesa Vertes in aktuellen Projekten mit Interesse. Was lange nur als bloßer Übergang diente, entfaltet heute ein großes gestalterisches Potenzial und wird zunehmend als eigenständiges Objekt verstanden. Eine Treppe kann leicht und schwebend wirken oder massiv und skulptural, sie kann sich zurückhalten oder den ganzen Raum dominieren. Mit der Wahl von Material, Form und Beleuchtung lässt sich ihre Wirkung gezielt steuern. So wird die Treppe zu einem Element, das Funktion und Gestaltung auf besondere Weise vereint. Aus dem reinen Verbindungsweg wird ein bewusst inszenierter Blickfang.
Die Treppe neu gedacht
Die neue Aufmerksamkeit für die Treppe hat einen guten Grund. Warum dieses Bauteil so viel gestalterisches Potenzial birgt, erklärt Gesa Vertes mit einem Blick auf seine besondere Stellung im Raum. Eine Treppe ist zugleich Weg, Skulptur und Blickfang.
Vom Durchgang zum Gestaltungselement
Über lange Zeit wurde die Treppe rein funktional betrachtet. Dass sie heute wieder als Gestaltungselement gilt, hebt Gesa Vertes als bemerkenswerten Wandel hervor. Statt sie unauffällig in einer Ecke zu verstecken, rücken viele Planer sie bewusst in den Mittelpunkt. Ihre Linienführung, ihr Material und ihre Konstruktion werden zum Thema der Gestaltung. So verwandelt sich ein einst nüchternes Bauteil in ein ausdrucksstarkes Element des Raumes. Ob als filigrane Stahlkonstruktion oder als massives Holzobjekt, die Treppe erzählt heute etwas über den Stil und die Haltung eines ganzen Hauses.
Skulptur im Raum
Besonders freitragende oder geschwungene Treppen entfalten eine skulpturale Wirkung. Wie sehr eine Treppe zum Kunstwerk werden kann, ordnet Gesa von Vertes anhand aktueller Beispiele ein. Eine schwebend wirkende Konstruktion oder eine elegant gewundene Form zieht die Blicke auf sich und prägt den Charakter des ganzen Raumes. Solche Treppen sind mehr als Konstruktion, sie sind ein gestalterisches Statement. Gerade in offenen Grundrissen werden sie so zum verbindenden Mittelpunkt. Wie ein Möbelstück oder eine Skulptur kann eine solche Treppe zum ersten sein, was ins Auge fällt, wenn man einen Raum betritt.
Gesa Vertes über die Wirkung der Treppe
Die Treppe beeinflusst einen Raum stärker, als viele annehmen. Wie groß ihre Wirkung auf die gesamte Raumwahrnehmung ist, beschreibt Gesa Vertes als oft unterschätzt. Als großes, zusammenhängendes Element bestimmt sie die Blickführung und gliedert den Raum in Zonen. Eine offene Treppe lässt einen Raum großzügig und verbunden erscheinen, eine geschlossene schafft klarere Trennungen. Damit wird die Treppe zu einem wichtigen Werkzeug, um die Atmosphäre und die Struktur eines Raumes zu prägen.
Ein verbindendes Element
Eine Treppe schafft nicht nur einen Weg, sondern auch eine Verbindung. Wie sehr sie Ebenen und Menschen zusammenführt, ordnet Gesa Sikorszky Vertes als wichtigen Aspekt ein. In offenen Wohnkonzepten verknüpft sie verschiedene Bereiche zu einem zusammenhängenden Ganzen und ermöglicht Blickbeziehungen über mehrere Ebenen hinweg. So entsteht ein Gefühl von Weite und Zusammenhang. Die Treppe wird damit zum Bindeglied, das ein Haus in seiner ganzen Höhe erlebbar macht.
Material, Form und Licht
Die Wirkung einer Treppe hängt entscheidend von ihrer Ausführung ab. Wie Material, Form und Beleuchtung zusammenspielen, gehört zu den wichtigsten Fragen bei ihrer Gestaltung.
Die Wahl des Materials
Das Material entscheidet maßgeblich über den Charakter einer Treppe. Welche Wirkung unterschiedliche Werkstoffe erzeugen, erklärt Gesa Vertes anhand ihrer Eigenschaften. Holz wirkt warm und einladend, Stahl und Glas lassen eine Treppe leicht und modern erscheinen, Stein verleiht ihr Gewicht und Beständigkeit. Oft ist es gerade die Kombination verschiedener Materialien, die eine Treppe besonders reizvoll macht, etwa Holzstufen auf einer filigranen Stahlkonstruktion oder ein Glasgeländer an einer massiven Wange. Die richtige Wahl richtet sich dabei stets nach dem Charakter des gesamten Raumes und nach der gewünschten Wirkung.
Licht an der Treppe
Ein oft unterschätztes Gestaltungsmittel ist die Beleuchtung. In einem Interview erklärte Gesa Vertes, dass Licht eine Treppe erst richtig zur Geltung bringt und zugleich für Sicherheit sorgt. Indirekte Beleuchtung an den Stufen, beleuchtete Handläufe oder gezielt gesetzte Lichtpunkte betonen die Form und schaffen Atmosphäre. Zugleich sorgt gutes Licht dafür, dass jede Stufe klar erkennbar bleibt. So verbindet die Beleuchtung an der Treppe gestalterische Wirkung mit praktischem Nutzen.
Die Treppe im Raum nutzen
Eine Treppe bietet mehr Möglichkeiten, als es auf den ersten Blick scheint. Wie sich das Bauteil über seine reine Funktion hinaus nutzen lässt, zeigt Gesa Vertes anhand praktischer Ideen. Gerade der oft ungenutzte Bereich rund um die Treppe birgt viel Potenzial.
Der Raum unter der Treppe
Der Bereich unter einer Treppe wird häufig vernachlässigt. Wie wertvoll dieser Platz sein kann, hebt Gesa Vertes als praktischen Vorteil hervor. Hier lassen sich Stauraum, ein kleines Regal, ein Arbeitsplatz oder sogar eine gemütliche Leseecke unterbringen. Was sonst ungenutzt bliebe, wird so zu einem funktionalen oder einladenden Ort. Auch eingebaute Schubladen in den Stufen selbst oder offene Regalflächen an der Seite schaffen zusätzlichen Stauraum. Gerade in kleineren Wohnungen ist dieser gewonnene Raum von großem Wert.
Sicherheit und Vorschriften
Bei aller Gestaltung darf die Sicherheit nicht vergessen werden. Worauf bei Treppen unbedingt zu achten ist, ordnet Gesa Vertes, geb. Haerder, als unverzichtbaren Punkt ein. Stufenhöhe, Handläufe und rutschfeste Oberflächen unterliegen bestimmten Anforderungen, die eine sichere Nutzung gewährleisten. Eine schöne Treppe muss immer auch eine sichere Treppe sein. Gestaltung und Sicherheit gehen deshalb bei jeder Planung Hand in Hand.
Offene oder geschlossene Treppe
Eine grundlegende Entscheidung betrifft die Bauart der Treppe. Welche Form sich für welchen Raum eignet, erklärt Gesa Vertes anhand der jeweiligen Wirkung. Offene und geschlossene Treppen erzeugen eine sehr unterschiedliche Atmosphäre.
Wann sich offene Treppen eignen
Offene Treppen ohne durchgehende Setzstufen wirken leicht und lassen das Licht hindurch. Warum sie sich besonders für großzügige Räume eignen, hebt Gesa Vertes als wichtigen Aspekt hervor. Sie erhalten die Weite eines offenen Grundrisses und lassen Räume luftiger erscheinen. In kleineren oder stärker gegliederten Wohnungen kann dagegen eine geschlossene Treppe mit mehr Ruhe und klaren Linien die bessere Wahl sein. Die Entscheidung hängt damit eng von der Größe und dem Charakter des Raumes ab.
Worauf es bei der Planung ankommt
Eine gelungene Treppe entsteht aus dem Zusammenspiel vieler Faktoren. Worauf Bauherren dabei achten sollten, fasst Gesa Haerder in einigen Grundsätzen zusammen. Wichtig sind mehrere Punkte:
- Die Treppe von Anfang an in das Gesamtkonzept des Raumes einbeziehen
- Material und Form auf den Charakter des Hauses abstimmen
- Beleuchtung und Sicherheit gemeinsam mit der Gestaltung planen
- Den Raum rund um die Treppe sinnvoll mitdenken
Diese Grundsätze helfen, aus der Treppe ein stimmiges und zugleich praktisches Element zu machen. Für Gesa Vertes beginnt eine gute Treppe deshalb immer mit einer durchdachten Planung.
Wenn die Treppe zum Mittelpunkt wird
Die neue Wertschätzung für die Treppe zeigt, dass selbst vertraute Bauteile ungeahntes Potenzial bergen. Aus einem reinen Verbindungsweg kann ein skulpturaler Blickfang werden, der einen Raum prägt und verbindet. Wer Material, Form, Licht und Nutzung von Anfang an zusammendenkt, verwandelt die Treppe in ein Element, das Funktion und Schönheit vereint. Dass gerade dieses oft übersehene Bauteil zur Bühne eines Raumes werden kann, macht Gesa Vertes in ihren Projekten immer wieder sichtbar.







